Album Info

Album Veröffentlichung:
2025

HRA-Veröffentlichung:
29.08.2025

Das Album enthält Albumcover

?

Formate & Preise

Format Preis Im Warenkorb Kaufen
FLAC 48 $ 14,30
  • 1 Abstract Truth 08:40
  • 2 Unfolding Path 04:16
  • 3 Out in Space – Improvisation 08:07
  • 4 Darn That Dream 05:02
  • 5 Calm 05:33
  • 6 Tune for K 05:17
  • 7 Blood Count 08:28
  • 8 Long Way Home 04:57
  • 9 Ringelegängele 02:26
  • 10 Smoke Gets in Your Eyes 06:03
  • Total Runtime 58:49

Info zu Abstract Truth

Es gibt zahlreiche Beispiele im Jazz – und trotzdem fasziniert jedes weitere auf’s Neue: Musiker und Musikerinnen, die in so besonderer Weise miteinander vertraut sind, dass ihr Zusammenspiel eine ganz besondere Qualität hat. Im Falle von Pianist Andreas Feith und Saxofonist Markus Harm ist die Vertrautheit über Jahre gewachsen. Ihr neues Duo-Album, entstanden mit fünfjährigem Abstand zum ersten, dokumentiert eine musikalische Nähe, die alles zulässt. Im Vergleich zum bemerkenswerten Debüt „What’s New“ ist „Abstract Truth“, so formuliert es Andreas Feith, „ein künstlerisches Statement auf einem komplett anderen Level.“ Damals hatten die beiden eine gute Gelegenheit genutzt zu einer Aufnahme von schnell zusammengestelltem Material. „Diesmal haben wir komponiert, konzipiert, und intensiv vorbereitet“, unter anderem im Umfeld eines Gastspiels im idyllischen Schloss Elmau. Markus Harm kann das Gefühl seines Duo-Partners nur bestätigen. „In den letzten Jahren hat sich unsere Vertrautheit wirklich krass weiterentwickelt. Das Zusammenspiel ist extrem vielschichtig und beweglich. Eine solche Konstellation ist Gold wert!“

Feith und Harm kennen sich seit vielen Jahren. Begegnet waren sie sich in Nürnberg in einer der frühen Großformationen von Klarinettistin und Komponistin Rebecca Trescher– dem Ensemble 11. Bis heute gehören sie Treschers vielgelobter, auch mit Preisen bedachter Gruppe an, mittlerweile ein Tentett. In dem Ensemble verspürten die beiden schnell die „gemeinsame Wellenlänge“. Nebenbei trafen sie sich zu lockeren Duo-Begegnungen, spielten außerdem in einer losen Quintett-Besetzung. Feith sprang auch mal als Pianist im Markus Harm Quartett ein, wenn der Stamm-Gitarrist verhindert war, Harm im Quartett von Feith. Die Duo-Sitzungen intensivierten sich, und zwar speziell in der Auseinandersetzung mit Standards. Harm: „Da haben wir viel ausprobiert, uns gegenseitig herausgefordert. Und dabei die gegenseitige Impro-Language absorbiert und sie entwickelt.“ Eigene Stücke wurden erst später Thema. Feith: „Wenn wir Standards spielten, ergaben sich die erfüllendsten Momente!“ Markus Harm unterstreicht das – mit einer überraschenden Erklärung: „Da sind wir komplett frei.“

Freiheit – ein Begriff, den man im Zusammenhang mit einem von klassischen Jazz-Werten ausgehenden Ensemble eigentlich nicht unbedingt erwartet. Aber gerade dieses Empfinden, diese Haltung ist ein wichtiger Faktor für das Außerordentliche in der Zusammenarbeit von Andreas Feith und Markus Harm. Feith sieht das selbstbewusst: „In dem, was wir machen, haben wir eine ähnliche Freiheit wie Free-Musiker – nur verbunden mit traditionellen Skills und einem großen Respekt vor der Tradition. Eine Dialektik von Freiheit und dem Wertschätzen von Tradition. Das ist schon selten auf der deutschen Jazzszene.“ Freiheit bezieht sich einerseits auf den Umgang mit den Vorlagen, ob Standards oder eigene Stücke, zum anderen auf den improvisatorischen Austausch. Der kann auch zum Ausgangspunkt werden, wie in der spontan gestalteten Duo-Fassung von Harms „Out In Space“ (auf die geht er in seinen erhellenden Liner Notes ein). Apropos: „Out In Space“ war das Titelstück des jüngsten Markus Harm-Albums, eine exzellente Quartett-Aufnahme mit Feith am Klavier (2024 erschienen auf Double Moon). Der Saxofonist und erfahrene Leader über jene Produktion: „Es war herausragend, wie Andreas da meine Songs interpretiert hat. Damals habe ich sofort gedacht, worüber wir zuvor immer mal locker geredet hatten: wir müssen unbedingt wieder was zu zweit machen, da muss ein weiteres Album kommen!“

Und Harm, der inzwischen in Wien lebt, ergänzt: „Immer wenn wir uns treffen, ist Andreas noch besser geworden. Er ist ideenreich, er hat immer etwas beizutragen, egal wohin es geht. Er folgt immer, aber er fordert auch und gibt auch selber etwas vor. So bleibt unser Zusammenspiel immer frisch und spannend. Außerdem vermag er so solistisch denken wie ein Saxofonist – oder so wie ein Sänger. Er hat eine extrem starke rechte Hand und kann immer auch die Melodien spielen“.

Auch Feith, der in Nürnberg zuhause ist (zuvor war er zeitweise zwischen Nürnberg und Berlin gependelt), spart nicht mit Komplimenten – sachlich und gut begründet, nicht als Freundschaftsdienst. „Ich habe bei Markus immer schon die sanglichen Qualitäten im Melodiespiel geschätzt. Es gibt wenige, die so in the moment Melodien spielen können, die das Herz berühren. Da war unsere Resonanz schon immer sehr hoch, da waren wir gegenseitige Katalysatoren. Bei Markus hat man immer das Gefühl: er ist ehrlich. In der Polarität von emotionaler Intuition und Intellekt spürt man bei ihm immer das Herz. Außerdem beherrscht er eine riesige Bandbreite im Sound, wie sie kaum einer besitzt: vom großen, fokussierten Strahlen bis zum dreifachen, feinen piano.“

„Abstract Truth“ ist ein in vielerlei Hinsicht außerordentliches Duo-Album. Das beginnt mit Feiths kraftvoll rollendem, bluesig gestimmten Titelstück (auch, wenn es nicht beabsichtigt ist, lässt der Titel an Oliver Nelsons klassisches „Blues And The Abstract Truth“-Album von 1961 denken). Die Atmosphäre von „Calm“, die elegante Beschwingtheit des „Tune For K“, das hymnische Finale in „Long Way Home“ – das sind Facetten eines vielfältigen Statements, in dem Feith und Harm ganz bei sich sind. Genau das merkt man auch in den gefühlsintensiven Versionen der ausgewählten Standards – bis hin zum nostalgischen Schlusspunkt: einer herrlichen Fassung von „Smoke Gets In Your Eyes“. Auch da: ein Duo in faszinierendem Einklang.

Andreas Feith, Alt- und Sopransaxophon
Markus Harm, Klavier




Andreas Feith
Der Pianist und Komponist Andreas Feith (*1987) zählt aktuell zu den gefragtesten Jazzmusikern seiner Generation in Süddeutschland. Dies unterstreichen Kollaborationen und Konzerte beispielsweise mit Rick Margitza, Scott Robinson, Doug Weiss, Phil Donkin, Don Braden und Adrian Mears, aber auch Fabian Arends, Stefan Karl Schmid, Tobias Backhaus, Peter Gall, Moritz Baumgärtner und vielen anderen. Man schätzt bei ihm nicht nur die Fähigkeit des einfühlsamen wie harmonisch versierten Begleitens. Vor allem begeistert er mit seinem kompromisslos agierenden Solospiel, auf einem starken in der Tradition verwurzelten Fundament aufgebaut und doch immer dem Neuen, dem aus dem Moment sprießenden Funken der Inspiration nachsuchend.

Noch während seiner klassischen Klavierausbildung in jungen Jahren (mit zahlreichen Preise) vertiefte Andreas Feith zunehmend seine Leidenschaft für Jazz und improvisierte Musik. Nach einem Studium im Hauptfach Jazzpiano an der Hochschule für Musik Würzburg folgte ein Master of Music Studium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, das er 2014 mit Auszeichnung abschloss. Seitdem verwirklicht er seine musikalischen Visionen in verschiedensten künstlerischen Projekten, sei es in seinem eigenen Quartet mit Lutz Häfner, Martin Gjakonovski und Silvio Morger - die Band war auch Finalist beim Neuen Deutschen Jazzpreis 2020 - oder im festen Duo mit seinem langjährigen Weggefährten Markus Harm.

Darüber hinaus ist er fester Pianist im preisgekrönten Rebecca Trescher Tentett und gefragter Sideman, beispielsweise in der hr-Big Band, dem Klaus Graf Quartett oder dem Christoph Beck Quartett. Er konzertierte und tourte in den letzten Jahren in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Belgien, Polen, Ungarn und Kirgisien und erscheint als Leader und Sideman auf über 15 Alben. Seit dem Wintersemester 2020 lehrt er Jazzpiano und Jazztheorie an der Hochschule für Musik Nürnberg.

„Der mit einer rhythmisch starken linken Hand gesegnete Pianist Andreas Feith legt mit … seinem prominent besetzten Quartett … ein reizvolles Album voller Kraft und Energie vor.“ - Jazzthetik - 2023

„Andreas Feith ist eine Entdeckung - ein Musiker, der … wirklich was zu sagen hat, als Spieler und als Schreiber. Exzellent geschult, harmonisch profund, rhythmisch sehr sattelfest, melodisch einfallsreich - diese Platte ist eine Freude!“ - WDR 3 - 2022

Markus Harm
(geb. 1987 in Stuttgart) studierte Jazz-Saxophon und lehrte von 2018-2022 als Dozent an der Hochschule für Musik Nürnberg. Mit dem 01. Oktober 2022 wurde er auf eine Professur für Jazz-Saxophon an der renommierten Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) berufen.

Der mehrfach preisgekrönte Jazzmusiker ist festes Bandmitglied verschiedener Formationen, darunter das „Rebecca Trescher Tentet“, das renommierte „Sunday Night Orchestra“ in Nürnberg, die Tobias Becker Bigband, das Matthias Schwengler Sextett in Köln, das Mareike Wiening Quartett, und ist regelmäßiger Gastmusiker der SWR Big Band. Zudem ist er gefragter Sideman in den Bands von Charly Antolini, Dusko Goykovich oder auch des Jazzfactory Orchestra Stuttgart.

Im Jahr 2022 wurde er als Lead-Altist des UMO Helsinki Jazz Orchestra für Studioproduktionen und Konzerte unter der Leitung von Ed Partyka in Finnland engagiert. Darüber hinaus veröffentlichte er mit dem Markus Harm Quartett seit seiner Gründung im Jahr 2013 in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk in München drei Studioalben sowie eine Video- und Audioproduktion. Seit 2014 tritt er auch im Duo mit dem Pianisten Andreas Feith auf. Ihr erstes Album „What’s New“ nahmen die beiden Musiker im Oktober 2019 im Studio des Bayerischen Rundfunks in Franken auf.

Harm hat die Bühne mit Größen wie Sheila Jordan, Jim McNeely, Paquito D’Rivera, Scott Robinson, Gwilym Simcock, Tony Lakatos, Bob Mintzer, Ack Van Rooyen, Herwig Gradischnig, Roman Schwaller, Herb Geller, Manfred Schoof, Vladimir Kostadinovic, Emil Mangelsdorff, Martin Gjakonovski, Oliver Kent, John Ruocco u.v.a. geteilt. Tourneen führten ihn unter anderem in die USA, nach Ungarn, Finnland, Schweden, Zypern, Frankreich, Österreich und in die Schweiz.



Dieses Album enthält kein Booklet

© 2010-2025 HIGHRESAUDIO