Cover Leopold Mozart: Missa Solemnis

Album Info

Album Veröffentlichung:
2019

HRA-Veröffentlichung:
19.04.2019

Label: Aparté

Genre: Classical

Subgenre: Vocal

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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FLAC 96 $ 14,00
  • Leopold Mozart (1719 - 1787): Missa Solemnis:
  • 1Missa Solemnis: I. Kyrie eleison04:15
  • 2Missa Solemnis: II. Gloria in excelsis Deo01:17
  • 3Missa Solemnis: III. Laudamus te03:44
  • 4Missa Solemnis: IV. Gratias agimus tibi05:21
  • 5Missa Solemnis: V. Quoniam tu solus Sanctus03:31
  • 6Missa Solemnis: VI. Cum Sancto Spiritu01:48
  • 7Missa Solemnis: VII. Credo in unum Deum01:31
  • 8Missa Solemnis: VIII. Et in unum Dominum03:43
  • 9Missa Solemnis: IX. Et incarnatus est01:37
  • 10Missa Solemnis: X. Crucifixus02:05
  • 11Missa Solemnis: XI. Et resurrexit05:55
  • 12Missa Solemnis: XII. Et vitam venturi saeculi01:10
  • 13Missa Solemnis: XIII. Sanctus01:27
  • 14Missa Solemnis: XIV. Benedictus05:08
  • 15Missa Solemnis: XV. Hosanna00:18
  • 16Missa Solemnis: XVI. Agnus Dei03:43
  • 17Missa Solemnis: XVII. Dona nobis pacem01:38
  • Total Runtime48:11

Info zu Leopold Mozart: Missa Solemnis

Zum 300. Geburtstag von Leopold Mozart: „Und da der Teufel bekanntlich immer auf den größten Haufen scheißt, belegte die Nachwelt den Vater des berühmten Sohnes mit einem Fluch und schrieb unzählige seiner Werke dem „Wunder aus Salzburg“ zu. Die Missa Solemnis in C geisterte lange als 115 im Köchelverzeichnis des Sohnes rum. Gefeiert als eine der besten Leistungen des jungen Mozart als Kirchenmusiker, eine Frucht der Studien Mozarts im strengen kontrapunktischen Stil.“ Sylvie Kürsten

Nur eine einzige Einspielung dieser harmonisch teils wundersam kühnen und wahrlich unkonventionell instrumentierten Großen Messe des Leopold Mozart ist dokumentiert. Sie ist beim Label Schwann erschienen und stammt aus dem Jahr 1982, Roland Bader dirigierte die Domkapelle Berlin und den Chor der St. Hedwigs Kathedrale, die erlauchten Solisten waren Arleen Auger, Gabriele Schreckenbach, Horst Laubenthal und Barry McDaniel. Natürlich längst vergriffen und im Internet zu hohen Preisen gehandelt.

Der in Augsburg geborene Leopold Mozart ist hauptsächlich als Vater des genialen Wolfgang Amadeus, als dessen Lehrer, Coach, Arzt und Manager und damit wohl auch als größter Förderer und/oder Schinder des Wunderkindes bekannt. Je nachdem, aus welcher Warte das betrachtet wird. Der streng katholisch gedrillte kleine Sprössling bezeichnete denn auch gehorsam den Vater als quasi gottähnlich: “Nach dem lieben Gott kommt gleich der Papa.” Aber auch Leopold sah im Sohn ein “göttliches Wunder.”

Dass Leopold Mozart auch ein qualitätsvoller Komponist war, ist jetzt der gross modo herausragenden neuen Einspielung der Bayerischen Kammerphilharmonie nachzuhören. In Augsburg als Sohn eines Buchdruckers geboren, stand sein Leben wohl unter dem Motto: “Gott geht vor allem, von dem müssen wir unser zeitliches Glück erwarten, und für das ewige immer Sorge tragen.”

Die neue Aufnahme der knapp 50-minütige “Missa Solemnis” wird wohl manches Vorurteil korrigieren helfen und Leopold wieder als selbstständigen Komponisten in Erinnerung rufen. Ob diese einzig erhältliche Aufnahme der “Missa Solemnis” die Rezeption Leopold Mozarts insgesamt nachhaltig ändern wird, sei dahingestellt. Das gilt ebenso für die Frage, ob der wenig den künstlerischen Nachlass des Vaters pflegende Wolfgang Amadeus seinen Anteil am Vergessen hat, wie im Booklets behauptet wird.

Die Bayerische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Alessandro De Marchi, einer Autorität in der Interpretation Alter Musik, führt all ihre Spielfreude, ihr Können und Leidenschaft ins Treffen, um den heutigen Hörer zu erreichen und zu faszinieren. Das gelingt wohl auch hundertprozentig, was das Orchester und den ausdrucksstark, duftig und präzise singenden und kontrapunktisch versierten Chor “Das Vokalprojekt“ unter der künstlerischen Leitung von Julian Steger anlangt. Schon 2016 hat die Bayerische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Reinhard Goebel bei Oehms Classics eine CD mit reinen Instrumentalwerken, darunter die “Serenade für Trompete, Posaune & Orchester D-Dur” und ein “Konzert für zwei Hörner in Es-Dur”, vorgelegt.

Ich finde, dass die “Missa Solemnis” des Leopold Mozart im Ansatz und der Erfindungskraft, dem Prunk der eingesetzten Mittel (Streicher, Flöte, Fagott, Horn, Trompete, Orgel, Pauken, Cembalo) durchaus den hervorragenden “State von the art” der damaligen Zeit repräsentiert. Es gibt ganz wunderbar inspirierte und bewegende Momente, wie etwa das harmonisch eigenwillige “Et incarnatus est”. Das “Crucifixus” ist an exotisch düsterer Wirkung durch die verdeckten Pauken und gestopften Trompeten kaum zu überbieten. Wir werden dieser Technik später in der famosen “Waisenhausmesse” des Sohnes wieder begegnen. Fugen wie “Et Vita Venturi saeculi” belegen die kontrapunktische Meisterschaft des Leopold Mozart. Das “Dona nobis pacem” erklingt hier weniger als euphorisch flehentliche Bitte, denn als ein knapp beruhigendes Statement, dass Gott selbstverständlich unserem Wunsch erhören und so handeln wird.

Freilich fehlt hier im Vergleich zu Wolfgang Amadeus`bedeutendsten geistlichen Werken das Himmelstürmende und die wie auf Wolken daherkommende federleichte Erhabenheit. Mir gefällt aber der vielleicht strengere und noch stärker barocken Formen verpflichtete Ton des Leopold Mozart. Eine gewisse “Italianita” ist sowohl beim Vater als auch beim Sohn zu konstatieren.

Alessandro De Marchi weiß die Musiker zu animieren, dynamisch zu differenzieren und Bögen zu spannen. Nicht ganz so erfolgreich war die Auswahl der Solisten. Reüssieren Tenor (Patrick Gral) und Bass (Ludwig Mittelhammer) mit bestens fokussierten und eleganten Stimmen, so ist weder der Vortrag der Sopranistin Arianna Vendittelli von unangenehmen Schärfen frei noch derjenige der Altistin Sophie Renner von einer allzu vibratoreichen Mittellage.

Im Finale wollen wir noch einmal Sylvie Kürsten zu Wort kommen lassen: “Sie spielen mit einer gespannten Neugier, als wäre noch kein Mozart-Sohn am Horizont zu sehen. Und dennoch lassen sie keinen Zweifel daran, dass in diesen Klängen der Samen von etwas Großem liegt, das ohne Leopold undenkbar gewesen wäre.” Schon aus diesem Grund lohnt sich eine nähere Auseinandersetzung mit diesem insgesamt wichtigen Album. (Dr. Ingobert Waltenberger, onlinemerker.com)

Arianna Vendittelli, Sopran
Sophie Rennert, Alt
Patrick Grahl, Tenor
Ludwig Mittelhammer, Bariton
Das Vokalprojekt
Bayerische Kammerphilharmonie
Alessandro de Marchi, Leitung



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