Biographie Zemlinsky Quartet & Josef Kluson


Zemlinsky Quartet
knüpft seit seiner Gründung 1994 an die reiche Tradition der tschechischen Quartett-Schule an. Im Jahre 2010 wurde es Sieger im Internationalen Wettbewerb für Streichquartette im französischen Bordeaux, ist gleichfalls Preisträger internationaler Streichquartettwettbewerbe, wie im kanadischen Banff (2007), in Prag (Prager Frühling 2005) oder in London (2006); hier errang es zugleich den Publikumspreis. Das Ensemble ging auch in anderen Wettbewerben in Tschechien und in der Slowakei als Sieger hervor (1999: Beethovenův Hradec; 2003: New Talent Bratislava; 2004: Preis der Musikkritik Žilina und Internationaler Musikwettbewerb der Bohuslav-Martinů-Stiftung Prag). Im Jahre 2005 wurde dem Quartett der Preis des Tschechischen Kammermusikvereins zuerkannt und 2009 der Förderpreis des Alexander-Zemlinsky-Fonds in Wien.

Das Zemlinsky-Quartett konzertiert regelmäßig im In- und Ausland (Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, der Schweiz, Belgien, Spanien, Bulgarien, Ungarn, der Slowakei, Kanada, den USA, Brasilien, Südkorea). Dabei trat es beispielsweise in der Wigmore Hall in London, der Cité de la Musique in Paris, in der Library of Congress in Washington, im Seoul Arts Center in Südkorea sowie wiederholt beim Prager Frühling auf. Sein Repertoire umfasst mehr als 200 Werke führender klassischer tschechischer und internationaler Komponisten und enthält auch neue Kompositionen zeitgenössischer Komponisten. Für den Tschechischen Rundfunk hat es mehrere Einspielungen aufgenommen, darunter das komplette Quartettœuvre von F. X. Richter. Die Mitglieder des Zemlinsky-Quartetts treten auch als Solisten auf und sind Preisträger weltbekannter internationaler Musikwettbewerbe (Louis Spohr Wettbewerb für Junge Geiger - Weimar, Concertino di Praga, Wettbewerb des Rotary Clubs in Nürnberg, Beethoven-Wettbewerb „Beethovenův Hradec“ in Hradec nad Moravicí, Kocian-Geigenwettbewerb in Ústí nad Orlicí u. a.).

Die erste profilierende CD des Ensembles (2003) enthält Kompositionen der tschechischen Meister A. Dvořák, L. Janáček, J. Suk und F. X. Richter, die zweite CD mit einem Werk von Josef Suk (2004) war ein wichtiger Impuls für das Konzert des Quartetts beim Internationalen Musikfestival Prager Frühling 2005. Seit 2007 macht das Zemlinsky-Quartett Exklusivaufnahmen für die französische Firma Praga Digitals. Gleich das erste gemeinsame Projekt – ein Satz von vier CDs mit dem frühen Quartettschaffen A. Dvořáks – erhielt den prestigeträchtigen französischen Schallplattenpreis „Diapason d´Or“ für März 2007, und im Januar 2008 erschienen die frühen Quartette F. Schuberts. Bei zwei CDs wirkte das Quartett mit dem Pražák-Quartett zusammen (Mendelssohns Bratschen-Quintett op. 18 und das 1. Violinquartett B. Martinůs); das vollständige Werk von V. Kalabis wurde gemeinsam mit dem Kocian-Quartett aufgenommen (dieses Projekt wurde auch in zwei Konzerten des Prager Frühlings 2009 aufgeführt). Außer fünf Streichquartetten von Felix Mendelssohn-Bartholdy (2010, 2011) seien auch CDs mit Werken aller drei Hauptvertreter der ersten Wiener Schule erwähnt (2011) oder zwei Streichquartette und die Idylle für Waldhorn und Streichquartett A. Glasunows (2011). Das Ensemble hat ebenfalls die komplette Kammermusik A. Zemlinskys eingespielt (2006, 2010, 2011). Die jüngsten Aufnahmen des Quartetts ist eine Dvořák-CD mit den Streichquartetten op. 34 und 106 (2012) sowie eine einzigartige CD mit spanischer Musik (2012).

Während des Studiums der Quartettmitglieder am Prager Konservatorium und später auch an der Prager Musikhochschule wurde das Quartett zunächst von Musikern renommierter tschechischer Kammerensembles geschult: des Quartetts der Hauptstadt Prag, des Talich-, Kocian- und Pražák-Quartetts. Das Quartett nahm auch an Meisterkursen daheim sowie im Ausland teil, unter anderem an Kursen des ProQuartet (Frankreich) oder der Sommerakademie Reichenau (Österreich – 1. Preis für die beste Interpretation des Werkes von L. Janáček).

In den Jahren 2005-08 studierte das Quartett bei dem legendären Musikpädagogen und Primarius des LaSalle-Quartetts Walter Levin. In den Jahren 2006-2011 assistierten die Mitglieder des Zemlinsky-Quartetts an der Musikakademie Basel in der Schweiz und lehrten an der Internationalen Sommer-Musikakademie in Pilsen, die sie auch mitorganisierten (2005-2010). Im Rahmen ihrer Turneen leiten sie auch Meisterkurse für Studenten sämtlicher Alterskategorien. František Souček und Petr Holman haben auch einen Lehrauftrag am Prager Konservatorium.

Das Zemlinsky-Quartett ist nach dem österreichischen Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen Alexander Zemlinsky (1871-1942) benannt, dessen bedeutender Beitrag für die tschechische, deutsche und jüdische Kultur während seines sechzehnjährigen Aufenthaltes in Prag Jahrzehnte lang unterschätzt wurde. Seine vier Violinkonzerte (das zweite Quartett ist seinem Studenten und späteren Schwager Arnold Schönberg gewidmet) gehören selbstverständlich zum Grundrepertoire des Ensembles. Seit 2005 arbeitet das Quartett eng mit dem Alexander-Zemlinsky-Fonds in Wien zusammen.



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