Pascal Mailloux - Rain

Review Pascal Mailloux - Rain

Das junge Label Fidelio Records versteht sich als Speerspitze unter den Labeln mit audiophilem Anspruch und gleichzeitig als Sammelbecken ungewöhnlicher Musiker, deren Anliegen es ist, abseits vom Mainstream angesiedelte musikalische Projekte auf künstlerisch höchstem Niveau in die Tat umzusetzen. Zielgruppe des kanadischen Labels sind Hörer, die im heimischen Umfeld High End Technik als Vehikel nutzen, zum Kern der Musik vorzudringen, die sie vorwiegend aus Highresolution Downloads beziehen. Im Unterscheid zur seit Jahrzehnten aktiven Konkurrenz, die für den High Ender auf der Höhe ihrer Zeit agierend auf Tonträgern unterschiedlicher Gestalt Aufnahmen nicht selten zweifelhafter künstlerischer Qualität mit technisch ausgereiztem Equipment erstellt haben, legt Fidelio Records gleich hohen Wert auf künstlerische Qualität, und bringt damit Produkte auf den Markt, die unter aufnahmetechnischem und künstlerischen Aspekt das Qualitätssiegel State of the Art verdient haben. Fidelio Records nimmt für sich in Anspruch, im 32bit/ 352,8kHz DXD-Format ohne den Einsatz von Mischern digital aufzunehmen. Am Frontend kommt zur Gewährleistung eines räumlich wirkenden Stereoklangbilds jeweils nur eine minimale Anzahl von Mikrofonen zum Einsatz. Aufgezeichnet wird nicht auf Festplattenlaufwerken mit bewegten Teilen, sondern ausschließlich auf SSD Halbleiter-Speichern. Analoge Röhrenverstärker für die Mikrofone werden ausschließlich mit Batteriestrom versorgt, und dort, wo auf Netzstrom zurückgegriffen werden muss, sorgen aufwändige Filter für sauberen Strom. Über die Umsetzung von DXD auf FLAC, ist nichts verlautbart. Das alles klingt nach super sauberen Voraussetzungen für gelungene High-Tech-Aufnahmen, die grundsätzlich nicht im Studio, sondern in akustisch für die jeweilige Musik speziell ausgesuchten Räumlichkeiten, wie z.B. in Kapellen- und Kirchenräumen stattfinden. Das Album Rain von Pascal Mailloux, einem mit allen Wassern gewaschenen, studioerprobten Universalkünstler im besten Sinne des Wortes, der im Jazz ebenso zuhause ist wie in der World Music, und der auf diesem Album als Pianist und Komponist aktiv ist, macht hier keine Ausnahme. Der Regen, genauer, Wassertröpfchen in unterschiedlichen Erscheinungsformen vom Nebel bis zum Regenbogen bestimmt zusammen mit daraus abgeleiteten Empfindungen des Betrachters das Tableau dieses Programm-Musik-Albums. Wer bislang Regen lediglich als unfreundliches Pendant zu Sonnenschein wahrgenommen hat, wird hier eines Besseren belehrt und konvertiert womöglich zum dauerhafte Fan dieses Wetterphänomens, das die Musiker jazznah, akustisch verfremdet und vielgestaltig nachempfunden, durchgehend ruhig dahinfließend dem staunenden Hörer abliefern. Das ist alles jederzeit schön, ja sogar grenzwertig schön, wobei unmittelbar jenseits der Grenze der Kitsch beginnt. Dass die filigrane Musik dieses Albums stets diesseits der Grenze bleibt und nicht im Kitsch ertrinkt, ist das Verdienst des Komponisten, der vorbeiziehende Landschaften im Regen aufleuchten und schimmern lässt, und pastorale Stimmungen zelebriert, an denen ein Ludwig van Beethoven bei der Motivsuche zu seiner berühmten Pastorale seine Freude gehabt hätte. Und natürlich kommt die saubere Aufnahmekette von Fidelio Records der vielfarbigen, zart gewobenen und entspannt dahinfließenden Musik eines Pascal Mailloux und seiner Mitstreitern nicht nur entgegen; vielmehr macht die sorgsam realisierte, auch kleinste Nuancen der auf Regenstimmung getrimmten Musik transparent vermittelnde Aufnahme den Anspruch dieses besonderen Labels „We capture the feeling“ erst möglich.


Spektrogramm
Abtastrate 176,4 kHz, DSD 2,8 MHz: verifiziert
Abtastbreite 24 Bit: in Ordnung

Kommentar:
Technisch mögliches Spektrum voll ausgenutzt.

Pascal Mailloux - Rain

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